Pressebericht

Premiere für Posse mit Jux und Anspruch

Künzelsauer Nachrichten, 13. Juni 2014

Premiere für Posse mit Jux und Anspruch

Gefeierter Saisonstart

Für eine Großansicht das Bild anklicken Die Zuschauer und viele Fans des Theaters im Fluss dürfen sich jedes Jahr auf positive Überraschungen freuen. Welches Stück wurde gewählt? Welche Akzente werden bei Bühnenbild, Kostümen und Maske gesetzt? Und vor allem: Wie oft müssen oder vielmehr dürfen wir wandern? Das Künzelsauer Kocherfreibad hat in den vier Jahren seit dem Start des Theaters im Fluss schon ganz erstaunliche Spielstätten hervorgebracht. Von der Badeinsel bis zum Wäldchen oberhalb der Liegewiese. „Als Zuschauer erlebt man immer wieder neue Perspektiven“, stellte Bürgermeister Stefan Neumann bei der Premiere fest. „Begonnen hat alles 2011 mit einer gewissen Portion Ungewissheit. Aber es hat sich erwiesen, dass das Konzept mit seinem Flair funktioniert.“

Heiner Sefranek, Vorsitzender des Vereins: „Wir sind heute mit knapp 300 Besuchern voll ausgelastet und mussten leider vielen Interessierten absagen. Und auch der Vorverkauf für die weiteren Aufführungen läuft sehr gut und liegt erneut deutlich über dem Vorjahr.“ In diesem Jahr steht die Posse „Einen Jux will er sich machen“ von Johann Nepomuk Nestroy auf dem Programm.

Komödie mit turbulenten Handlungen

Für die Schauspielerinnen und Schauspieler eine neue Herausforderung, da sie hier ihre komödiantische Seite zeigen dürfen. Matthias Prager in der Hauptrolle spielt den Verkäufer Weinberl, der im Feinkostgeschäft des Herrn Zangler (Ulrich Lauterbach) arbeitet und von diesem überraschend zum Kompagnon befördert wird. Eine Ehre, die bei Weinberl zwar große Freude, aber auch einen Anflug von Midlife-Crisis auslöst. Was ist, wenn sein Weg jetzt nur noch seriös und gesetzt weiter geht? Kann er in seinem Leben irgendwann überhaupt auf so etwas wie Abenteuer zurück blicken? Gemeinsam mit dem Lehrling Christopherl (Nadja Hrubesch), der zum Verkäufer avancierte, zieht es ihn in die nahe gelegene Hauptstadt. Dies ist der Anfang einer turbulenten Handlung die einiges, nicht nur im Leben des Herrn Weinberl, durcheinander wirbelt. In weiteren Hauptrollen spielen Michael Borek als „Melchior“, Monika Müller als „Boutiquenbesitzerin Madame Knorr“, Angela Bayer als deren Kundin „Frau von Fischer“, Cläre Esche als Zanglers Schwägerin „Fräulein von Blumenblatt“, Lara Zeller als Zanglers Tochter „Marie“ und Konrad Kleiss als deren Liebhaber „Sonders“ sowie viele, viele mehr.

Die Zuschauer folgten der amüsanten, mit sarkastischen Spitzen versehenen Handlung von der ersten Szene an fasziniert. Die Akteure überzeugten mit Tempo, Witz und Sicherheit beim anspruchsvollen Text. Und Nina Weitzner überraschte mit einem beeindruckenden Bühnenbild und bis ins Absurde verzerrten Figuren. „Kostüm und Maske sollen die Sicht auf eine Figur nicht verengen, sondern die Fantasie anregen, die Vielschichtigkeit einer Figur entdecken“, resümiert sie. In besonderem Maße lebt die Inszenierung in diesem Jahr auch von der Interaktion mit dem Publikum. „Ein Stück klassisches Volkstheater“, wie es Regisseur Franz Bäck nennt. Da müssen die Zuschauer schon mal eben beiseite rücken, wenn die Hauptdarsteller auf der Flucht vor ihren Verfolgern über die Tribüne klettern. Das Happy End haben sich alle schwer erarbeitet. Nicht nur auf der Bühne.

„Es war wieder mal ein gewaltiger Kraftakt, alles bis heute auf die Beine zu stellen“, sagte Heiner Sefranek, der Vorsitzende des Theatervereins. „Sie alle, die heute gekommen sind, würdigen die Mühe, die sich das ganze Theaterteam gemacht hat.“ Den Sponsoren galt ein besonderer Dank. „Ohne Sie wäre das Theater hier nicht möglich.“

Begeistertes Publikum

„Es war ein wunderbarer Abend. Mir und meiner Frau hat es sehr gut gefallen. Der Titel stimmt. Es war ein „Jux“ mit viel Charme und Lokalkolorit. Die Schauspieler waren allesamt hoch motiviert. Sie haben alles gegeben.“ sagte Landrat Dr. Matthias Neth. Auch Landrat Helmut M. Jahn i.R. nickte anerkennend dazu: „Die Inszenierung der Komödie war eine kurzweilige tolle Leistung. Man vergisst manchmal, dass es Laienschauspieler sind.“

Arnulf von Eyb, Landtagsabgeordneter: „Nur auf den ersten Blick eine Posse. Ein zweiter Blick lohnt. Im Übrigen vorzüglich inszeniert und gespielt“.

Renate Volk vom Theaterhaus Stuttgart: „Ich bin gerne zur Premiere gekommen. Es war eine tolle Veranstaltung in einem schönen Ambiente. Schauspieler, Regisseur Franz Bäck und Maskenbildnerin Nina Weitzner haben gemeinsam Hervorragendes geleistet“.

Mit lang anhaltendem Applaus dankte auch das Premierenpublikum der Theatergruppe. Den Besuch im nächsten Jahr werden sicher viele der Zuschauer schon rechtzeitig vormerken.

Weitere Aufführungstermine sind am 13., 14., 18., 20., 21.,27., 28., und 29 Juni sowie am 3., 4., und 5. Juli jeweils um 19.30 Uhr.

Karten sind im Vorverkauf bei Tabakwaren Brückbauer, Telefon 07940 / 2721, oder online über www.theater-im-fluss.com erhältlich.